Die Digitalisierung verändert erste Dienstleistungsbranchen

markus-spiske-unsplash code_kl

Digitalisierung macht auch vor Dienstleistungen nicht halt.

Nicht nur in der Industrie werden einfachere Tätigkeiten zunehmend nicht mehr von Menschenhand, sondern von Maschinen erledigt werden, auch in beratenden und dienstleistenden Branchen werden Handlungen, die bislang von Menschen gesetzt wurden, sukzessive von Maschinen und Rechnern ersetzt. Je einfacher die von Beratern ausgeübte Tätigkeit ist und je weniger qualifiziert sie selbst sind, desto eher werden sie austauschbar.

Legal Technology

Der Einsatz spezifischer Software, um juristische Arbeitsprozesse zu unterstützt oder gänzlich automatisiert durchzuführen, wird Legal Technology (oder Legal Tech) genannt und nimmt im Moment immer mehr Fahrt auf. Einsatz findet dies im Bereich von Recht und Verwaltung.

Umgesetzt wird Legal Tech meist mit Software und Online-Diensten, die von Unternehmen, insbesondere von Startups, entwickelt werden. Unterscheiden kann man dabei zwischen:

  1. Anwendungen, die den Anwalt bei seiner Arbeit unterstützen (z.B. Software zur Dokumentenverwaltung, Kanzleiverwaltung, Abrechnung),
  2. Technologien, die die Arbeit von Juristen in einzelnen Bereichen automatisieren (z.B. Dokumentenanalyse-Tools, Vertragsgeneratoren oder Chatbots),
  3. Plattformen, die Anwälte untereinander oder mit Mandanten vernetzen (z.B. Anwaltsmarktplätze, Kollaborationsnetzwerke).

In den USA werden Legal Chatbots eingesetzt, um Kunden Auskünfte zu einfacheren und eingegrenzten Themen zu erteilen. Dabei wird die rechtliche Kernarbeit des Menschen auf eine Ebene verlagert: Juristisch und technisch qualifizierte Juristen programmieren Chatbots und beraten Kunden nicht mehr unmittelbar, sondern mittelbar unter Zwischenschaltung von Rechnern. Der Audi-Konzern begann vor wenigen Jahren, für Unternehmenszwecke den DocCreator zu entwickeln, eine Software zur halbautomatischen Erstellung standardisierter Verträge.

Mit Chatbots zur medizinischen Vorsorge

Chatbots werden für viele Unternehmen und Branchen immer interessanter. Die Zeiten in denen die intelligenten Berater rein für den Service programmiert wurden sind längst vorbei. Gerade in der Gesundheitsbranche können sie Ärzte entlasten und dem Patienten zu schneller Linderung verhelfen.

Schon heute leisten Bots ihren Teil zu einem gesünderen Leben. Sie beraten in den Bereichen Fitness und Lifestyle und versuchen ein besseres und eigenständigeres Leben zu ermöglichen. Chatbots wie Florence oder HealthTap beraten bereits heute Patienten über den Facebook Messanger darin die besten Mittel für verbreitete Krankheitssymptome zu finden. Sie listen mögliche Arzneimittel und Empfehlungen auf und bieten auch die direkte Vereinbarung eines Termins beim Hausarzt an.

Diagnose mittels Artificial Intelligence

Machinen erkennen schneller und effizienter Zusammenhänge die dem menschlichen Auge oft verborgen bleiben. Durch ihre rationale Kombinatorik können sie in der Analyse von Krankheitsbildern die Zukunft sein. Diese Analyse und Deduktion von Auffälligkeiten kann zu signifikanten Entwicklungen im Health Sektor führen.

Wie interessant der Markt ist, zeigt auch Googles Engagement mit ihrem DeepMind Health Projekt, mit dem sie die Gesundheitsbranche mittels AI optimieren möchten. Mit Hilfe der AI Prognosen können Ärzte genauere Diagnosen stellen und schneller eine Behandlung der Patienten einleiten. Ein Beispiel wie erfolgreich diese Diagnose sein kann, findet sich im MIT, das erfolgreich Hautkrebs mittels Artificial Intelligence prognostiziert hat.

Das große „warum“

Doch warum sollte man einer Software vertrauen, wenn der menschliche Rat doch erprobt ist?

Nun, die Vorteile liegen auf der Hand: Nach einem regelmäßig hohen erstmaligen Enwicklungsaufwand besteht das Potenzial, Leistungen an eine Vielzahl von Kunden zu erbringen. Durch diesen Multiplikatoreffekt können Leistungen typischer Weise erheblich günstiger erbracht werden. Und wer weiß? Schon in ein paar Jahren könnten Computer bessere Diagnosen von z.B. Röntgenaufnahmen liefern als Ärzte, was die Fehlbehandlung drastisch senken würde.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.