IOC verabschiedet größtes Sparprogramm der Olympiageschichte

Mit der Reform „The New Norm“ hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein neues Sparprogramm verabschiedet, das künftig pro Ausrichterstadt ca. eine Milliarde US-Dollar bei Olympischen Spielen einsparen soll. Die Einsparungen sollen bei Organisation und Durchführung der Wettkämpfe entstehen. Bei Olympischen Winterspielen sollen die Einsparungen rund 500 Millionen US-Dollar betragen. (Quelle: olympic.org)

Die Reform beinhaltet 118 verschiedene Maßnahmen. Dabei sieht das IOC die größten Einsparmöglichkeiten beim Bau von Wettkampf- und Trainingsstätten, aber auch die Bereiche Energie, Technologie sowie Personal und Strukturen sind von den Einsparungen betroffen.

„Das sind die größten Einsparungen in der Geschichte der Olympischen Spiele“

sagte Bach. Es handele sich um ein „grundlegendes Umdenken in der Organisation“. Betroffen sei der gesamte Weg von der Kandidatur bis hin zum Vermächtnis der Spiele, meinte Bach und sprach von einer „neuen Norm“.

Als Grundlage der Reform dient die Agenda 2020, die das IOC 2014 auf den Weg gebracht hatte. Im Vorfeld der Reformen hatte das IOC einen Ausschuss erstellt, der die Kosten einer Ausrichterstadt vom Beginn der Bewerbung bis zur Nachverwertung der Sportstätten nach den Olympischen Spielen geprüft und analysiert hat.

Von den Änderungen soll bereits Tokio als Ausrichter der Olympischen Spiele 2020 profitieren. Laut „Handelsblatt“ konnte das zunächst veranschlagte Budget bereits von rund 11,3 Milliarden Euro auf jetzt 10,2 Milliarden Euro gesenkt werden.

Das IOC hofft auf mehr Bewerbungen

Durch die Reduzierung der Kosten für die Bewerberstädte hofft das IOC auf mehr Bewerber in der Zukunft.  Die nächste Vergabe von Olympischen Spielen findet im September 2019 statt. Es werden dann die Winterspiele 2026 vergeben und noch bis Ende kommenden März können sich Städte für die Ausrichtung bewerben. Neben Sion (Schweiz) und Graz (Österreich) hat auch Schladming (Österreich) die Bewerbung abgegeben. Es gibt aber auch Interessenten aus Kanada (Calgary), Japan (Sapporo), Schweden (Stockholm) und den USA (Denver, Reno und Salt Lake City).

Die Reformänderungen könnten auch für Deutschland interessant werden. Nordrhein-Westfalen plant, sich für die Olympischen Spiele 2032 zu bewerben. Sportler sollen nach dem bisherigen Konzept der „Rhein-Ruhr-Olympic-City“-Initiative in 13 Städten um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Den Städten Aachen, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen und Recklinghausen sind nach jetzigem Planungsstand Sportarten zugeordnet. Sollten die Kosten tatsächlich sinken, könnte das die Chancen auf eine mehrheitliche Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen, was wiederum eine deutsche Bewerbung wahrscheinlicher macht.

Unterstützung erhält die Initiative Rhein-Ruhr-Olympic-City und ihre Idee einer städteübergreifenden Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2032 auch vom Präsidium des Landessportbundes NRW. Olympische und Paralympische Spiele bieten nach wie vor einen herausragenden Rahmen für internationale Begegnungen und friedlichen Wettstreit der Nationen. Sie üben eine hohe Faszination auf Milliarden von Fernsehzuschauern aus. Sie stiften Identität nach innen und werben nach außen für NRW als weltoffene, leistungsfähige Region.

Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung aussehen wird und freue mich insgeheim schon auf Olympia vor der eigenen Haustür.

Photo by Simon Connellan on Unsplash

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